16.04.2026

SEA Trends 2026: Ein SEA-Manager über KI, PMax & AI Max

Von
Onlinemarketing

Ich bin immer neugierig auf neue Technologien. Als Performance Max und die neuen KI-Funktionen kamen, habe ich sie deshalb sofort getestet. Nach intensiver Arbeit mit den Tools in den letzten Monaten weiß ich jetzt genau, wo sie meinen Alltag erleichtern und wo ich noch genau hinschaue. Ein ehrlicher Erfahrungsbericht aus der Agentur.

Ich liebe es, neue Features auszuprobieren. Wenn Google etwas Neues rausbringt, bin ich meistens einer der ersten, die es testen. Nicht alles klappt direkt wie erwartet, aber das gehört dazu. Und 2026 muss ich sagen: Die Entwicklungen sind reif genug, um wirklich zu helfen. Auch für meine Kunden, bei denen es sich meist um KMU mit kleineren bis mittleren Budgets handelt.

Klar, es gibt weiterhin Herausforderungen. Aber die Tools haben sich entwickelt. Hier ist meine ehrliche Bilanz.

Performance Max: Mein Standard, aber nicht für jeden

Als PMax kam, habe ich direkt einige Display-Kampagnen zur PMax umgewandelt. Die Idee klang vielversprechend: Eine Kampagne für alle Google Kanäle. Heute ist es für mich zum Standard geworden, auch wenn ich anfangs mit den Zielgruppensignalen bei kleineren Accounts kämpfen musste.

Die Realität ist nämlich: Bei Accounts mit wenig Traffic braucht die KI länger zum Lernen. Die Signale sind nicht immer präzise genug, und ich saß anfangs tatsächlich stundenlang über Suchbegriffsberichten, um herauszufiltern, was die KI falsch verstanden hatte. Aber mit den aktuellen Updates, vor allem der Möglichkeit, negative Keywords zu hinterlegen, hat sich das deutlich verbessert.

Was mich positiv überrascht hat: Sobald die Kampagne läuft, findet die KI Kombinationen, die ich nie getestet hätte. Ein Kunde aus dem Handwerksbereich generiert plötzlich Conversions über YouTube Shorts, obwohl wir dort nie aktiv geschaltet haben. Die KI hat erkannt, dass die Zielgruppe abends kurze DIY-Videos schaut.

Aber ich muss auch ehrlich sagen: Bei sehr komplexen oder erklärungsbedürftigen Produkten greife ich oft noch auf klassische Suchkampagnen zurück. Wenn ein Kunde beispielsweise situationsbedingte Dienstleistungen anbietet, funktioniert die klassische Suchkampagne mit gezielten Keywords und maßgeschneiderten Anzeigentexten oft noch besser. PMax neigt dann dazu, zu breit zu streuen. Hier behalte ich die Kontrolle lieber bei mir.

Bei kleineren Accounts bleibe ich generell wachsam. Die KI braucht Zeit, und manchmal interpretiert sie Signale auch nach Wochen noch nicht optimal. Hier arbeite ich mit engeren Zielgruppenvorgaben und kontrolliere regelmäßiger. 
Ein weiteres Risiko ist die Kannibalisierung. Wenn die PMax parallel zu bestehenden Suchkampagnen läuft und sich die Signale mit den Keywords überschneiden, greifen sich die Kampagnen gegenseitig Traffic ab. Zusätzlich treiben sie auch die Klickpreise in die Höhe, da sie gegeneinander auf die gleichen Keywords bieten. Inzwischen wird von Google die Search-Kampagne bei exakten Keywords priorisiert. Nutzt man die Keywords jedoch weitgehend-passend ist das Risiko der Kannibalisierung nach wie vor da. 

Ich habe mir angeeignet, bestehende Keywords aus klassischen Suchkampagnen bewusst in der ergänzenden PMax auszuschließen, um echte Zusatzpotenziale zu testen, statt bestehende Conversions umzuverteilen. 

Außerdem lässt sich bei der PMAX über die Kanalleistung einsehen, über welchen Channel die Impressionen, Klicks und Conversions erzielt werden (siehe auch im Bild unten). Auch das kann hilfreich zur Entscheidungsfindung sein, in der Frage PMAX vs. Search.

AI Max for Search: Chancen und Risiken im Gleichgewicht

AI Max für Search teste ich bei ausgewählten Kunden, aber ich würde es nicht pauschal als Gamechanger für jeden Account bezeichnen. Die Technologie hat Potenzial, birgt aber auch Risiken, die man kennen muss.
Die Idee ist simpel: Die KI versteht nicht nur das gebuchte Keyword, sondern den Kontext der Suche. 

Aber ich habe auch gelernt, dass AI Max kein Selbstläufer ist. Ein häufiger Fehler ist blindes Vertrauen in die Automatisierung. Ohne regelmäßige Kontrolle der Suchbegriffsberichte und klare negative Keywords verursacht die Kampagne schnell irrelevante Reichweite und unnötige Kosten. Besonders kritisch ist das bei Brand-Begriffen: Werden diese nicht ausgeschlossen, optimiert Google bevorzugt auf günstige Brand-Conversions statt auf neue, inkrementelle Nachfrage.

Auch die Landingpage-Qualität ist entscheidend. AI Max kann keine schwache Seite kompensieren. Lange Ladezeiten, unklare Botschaften oder schwache Call-to-Actions senken die Conversion-Rate und liefern schlechte Signale für die Optimierung. Ich optimiere die Landingpages immer erst, bevor ich AI Max aktiviere.

Fazit: AI Max kann eine sinnvolle Ergänzung sein, aber nur mit klaren Hypothesen, sauberen Ausschlüssen und realistischen Erwartungen. Pauschale Empfehlungen greifen hier zu kurz.

Creative Tools: Video top, Bilder noch nicht überzeugend

Bei den Creative Tools habe ich gemischte Erfahrungen. Die Videoerstellung für PMax mit vorhandenen Bildern nutze ich tatsächlich oft und gerne. Ich lade Produktbilder hoch, und die KI erstellt daraus kurze Videosequenzen für YouTube oder die Display-Netzwerke. Das funktioniert erstaunlich gut und spart mir enorme Zeit.

Bei der Bildgenerierung bin ich noch nicht ganz überzeugt. Ich habe es oft getestet, aber die Ergebnisse sehen mir zu sehr KI-generiert aus. Die Texturen sind manchmal komisch, die Perspektiven stimmen nicht ganz, oder es gibt kleine Fehler, die einem sofort auffallen. Für schnelle Tests oder interne Mockups ist es okay, aber für finale Kampagnen verwende ich die generierten Bilder noch nicht. Hier arbeite ich weiterhin mit Originalfotos.

Was ich aber absolut empfehle: Asset Studio für die Video-Varianten. Als Video-Assets für PMax ist die fixe Erstellung dieser Videos Gold wert.

Weitere wichtige Trends: Datenstrategie, Plattformvielfalt und strukturelle Vereinfachung

Neben den KI-gestützten Kampagnenformen prägen drei weitere Entwicklungen das SEA-Geschehen 2026: der Umgang mit eigenen Kundendaten, die Ausweitung über Google hinaus sowie die Vereinfachung der Kampagnenstrukturen.


Datenschutz und First-Party-Data als strategischer Vorteil

Mit dem zunehmenden Ende von Third-Party-Cookies und den strengeren Datenschutzbestimmungen wie der DSGVO gewinnen unternehmenseigene Daten massiv an Bedeutung. First-Party-Data, also Informationen, die direkt aus Kundeninteraktionen wie Website-Besuchen, Transaktionen, Kundenkonten oder Newsletter-Anmeldungen stammen, werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Unternehmen, die frühzeitig serverseitiges Tracking implementieren, erweiterte Conversions nutzen und ihre CRM-Systeme wie HubSpot oder Klaviyo an Google Ads anbinden, verschaffen sich einen klaren Vorteil. Diese Daten ermöglichen präziseres Targeting über Customer Match und Lookalike-Modelle sowie effektiveres Remarketing – und das unabhängig von der Unternehmensgröße. Besonders für kleinere Accounts mit überschaubarem Datenvolumen ist die Qualität der vorhandenen Daten dabei wichtiger als deren Masse.


Multi-Plattform-Strategie: Google bleibt Basis, Microsoft gewinnt an Relevanz

Die Suchmaschinenwerbung löst sich zunehmend von der Google-Monokultur. Neben dem Marktführer etabliert sich Microsoft Ads als zweite Säule, insbesondere im B2B-Bereich. Durch die Integration von Copilot in das Microsoft-Ökosystem sowie die hohe Verbreitung von Edge und Bing im beruflichen Umfeld bietet die Plattform Zugang zu Entscheidern und High-Value-Intents, die über Google allein nicht erreichbar wären.

Eine Diversifikation der Werbeausgaben über mehrere Plattformen reduziert zudem das Klumpenrisiko und ermöglicht es, unterschiedliche Phasen der Customer Journey gezielter abzudecken. Dabei bleibt Google unangefochten die Basis für Reichweite und Performance, doch die gezielte Ergänzung durch Microsoft Ads wird für viele Unternehmen zur strategischen Notwendigkeit.


Vereinfachte Strukturen: Von der Mikroverwaltung zur strategischen Steuerung

Die zunehmende Automatisierung führt zu einer grundlegenden Veränderung der Kampagnenstrukturen. Statt komplexer Setups mit dutzenden Anzeigengruppen und hunderten einzelner Keywords setzen erfolgreiche Advertiser zunehmend auf übergreifende, klar strukturierte Kampagnen-Cluster. Die KI übernimmt dabei das Feintuning bei Targeting und Gebotsstrategien.
Diese Verschlankung verändert die Rolle der SEA-Manager grundlegend: Weg von repetitiver Handarbeit bei der Keyword-Pflege, hin zur strategischen Rahmensetzung, Datenanalyse und kreativen Konzeption. Die Aufgabe verschiebt sich vom operativen Management hin zur Steuerung der Automatisierung und Qualitätskontrolle der Ergebnisse. Unternehmen profitieren von effizienteren Prozessen und können ihre Ressourcen auf strategisch wichtige Entscheidungen konzentrieren.

Ausblick: Werbung in KI-Antworten

Ein Thema, das ich genau beobachte, auch wenn ich es noch nicht selbst einsetzen kann: Ads in AI Overviews und die geplanten Werbeformate in ChatGPT.

Google testet aktuell Werbeanzeigen innerhalb der KI-generierten Antworten in der Suche. Diese "Ads in AI Overviews" sind bisher in Ländern wie den USA, Kanada, Australien und einigen asiatischen Märkten verfügbar – in Deutschland noch nicht. Die Idee ist, dass Anzeigen direkt in die KI-Antworten integriert werden, wenn kommerzielle Absicht erkannt wird. Text- und Shopping-Anzeigen aus bestehenden Kampagnen sind dabei automatisch eligible, man kann sie aber nicht gezielt targeten.
Parallel arbeitet OpenAI an einem Werbemodell für ChatGPT. Auch hier sind Details noch offen, und eine Verfügbarkeit in Deutschland steht noch aus.

Für mich ist das ein spannender Ausblick. Wenn diese Formate nach Deutschland kommen, eröffnen sich neue Touchpoints, die wir bisher nicht hatten. Besonders für komplexe Kaufentscheidungen, bei denen Nutzer gezielt in KI-Systemen recherchieren, könnte das relevant werden. Ich bereite mich darauf vor, indem ich die Feed-Qualität und die Kreativ-Assets meiner Kunden weiter optimiere – denn darauf werden diese Systeme zugreifen.

Mein Fazit

2026 ist für mich als SEA-Manager ein spannendes Jahr. Die Tools sind reif genug, um wirklich zu helfen, aber nicht so automatisiert, dass ich überflüssig werde. Im Gegenteil: Meine Rolle hat sich verschoben von der Handarbeit hin zur strategischen Steuerung.

Die KI übernimmt das Ausführen, ich das Denken und Kontrollieren. Für meine Kunden bedeutet das: mehr Reichweite, bessere Targeting-Möglichkeiten und professionellere Werbemittel – auch mit kleineren Budgets. Aber sie brauchen weiterhin jemanden, der die Kampagne aufsetzt, überwacht und weiß, wann die klassische Suchkampagne doch die bessere Wahl ist.

Die Zukunft der SEA ist hybrid: Menschliche Strategie plus KI-Automatisierung. Und genau das macht mir aktuell am meisten Spaß an der Arbeit.

Haben Sie Fragen zu Ihrer SEA-Strategie oder möchten Sie wissen, wie die neuen Tools für Ihr Unternehmen konkret aussehen könnten? Ich berate Sie gerne und schaue mir Ihre Ausgangslage an.


Häufig gestellte Fragen

Performance Max funktioniert prinzipell auch mit kleineren Budgets, aber die Lernphase dauert dann länger. Bei unter 50 Conversions pro Monat muss man geduldiger sein und intensivere Kontrolle üben. Die KI braucht einfach mehr Zeit, um Muster zu erkennen. Ich empfehle hier, engmaschiger zu monitoren und eventuell mit engeren Zielgruppenvorgaben zu starten. Aber grundsätzlich: Ja, auch KMUs können von PMax profitieren, wenn das Setup stimmt.

Bei standardisierten Produkten mit klarem Suchverhalten ist AI Max eine gute Ergänzung. Bei komplexen, erklärungsbedürftigen Dienstleistungen oder situationsabhängigen Angeboten greife ich aber oft noch auf klassische Suchkampagnen zurück. Dort behalte ich mehr Kontrolle über die Keywords und kann die Anzeigentexte gezielter auf die spezifische Situation zuschneiden. Meine Empfehlung: Testen Sie AI Max parallel zu bestehenden Kampagnen, aber schließen Sie Überlappungen aus.

Die Zeitersparnis ist real, aber nicht so groß wie oft versprochen. Die tägliche Keyword-Pflege und Gebotsanpassung entfällt weitgehend – das spart vielleicht 30-40% der bisherigen Arbeitszeit. Dafür kommt aber neue Arbeit hinzu: Das Monitoring der Suchbegriffsberichte, die Pflege negativer Keywords und die strategische Steuerung der KI. Insgesamt verschiebt sich die Arbeit vom operativen Management hin zur Analyse und Qualitätskontrolle.

Ehrliche Antwort: Für finale Kampagnen noch nicht immer. Die Bilder sehen oft zu sehr nach KI aus, mit komischen Texturen oder falschen Perspektiven. Für interne Tests und Mockups sind sie super, aber für Live-Kampagnen arbeite ich noch mit Originalfotos. Die Video-Generierung hingegen ist deutlich weiter – hier erstelle ich regelmäßig nutzbare Assets für PMax, besonders für saisonale Varianten oder verschiedene Zielgruppenszenarien.

Mindestens sollten erweiterte Conversions (Enhanced Conversions) eingerichtet sein. Ideal ist zusätzlich serverseitiges Tracking über den Google Tag Manager. Das ist technisch etwas aufwändiger, aber lohnenswert. Viele Content-Management-Systeme wie Shopify oder WooCommerce bieten inzwischen Plugins an, die das vereinfachen. Wer HubSpot oder Klaviyo nutzt, kann diese Systeme oft direkt an Google Ads anbinden. Ich helfe meinen Kunden dabei, die technischen Grundlagen Schritt für Schritt umzusetzen.

Für B2B-Unternehmen und Dienstleister mit höherwertigen Produkten lohnt sich Microsoft Ads definitiv als Ergänzung. Dort erreichen Sie Entscheider, die im beruflichen Kontext recherchieren. Für rein B2C-orientierte Unternehmen mit visuellen Produkten ist der Zusatznutzen oft geringer. Meine Empfehlung: Testen Sie Microsoft Ads mit einem kleinen Teilbudget (ca. 10-15% des Gesamtbudgets) und beobachten Sie drei Monate, wie die Performance im Vergleich zu Google ausfällt.

Ja, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Sie müssen sicherstellen, dass sich die Kampagnen nicht gegenseitig behindern. Das bedeutet: Keywords, die bereits in klassischen Suchkampagnen laufen, sollten in AI Max ausgeschlossen werden. Sonst optimiert AI Max möglicherweise auf bereits bestehende Nachfrage und verfälscht so die Ergebnisse. Ich empfehle, AI Max gezielt für neue, bisher nicht abgedeckte Themenbereiche einzusetzen.

Die Lernphase beträgt offiziell zwei bis vier Wochen, in der Praxis sind es bei kleineren Accounts oft sechs bis acht Wochen, bis sich die Performance stabilisiert. In dieser Phase sollten Sie keine panischen Änderungen vornehmen, aber intensiv monitoren. Besonders wichtig: Prüfen Sie regelmäßig die Suchbegriffsberichte und hinterlegen Sie frühzeitig negative Keywords, um Budgetverschwendung zu vermeiden. Erst nach etwa zwei Monaten können Sie wirklich beurteilen, ob die Kampagne erfolgreich ist.

Quellen

  • OMT Magazin: "Google Ads Trends 2026" (www.omt.de/google-ads/google-ads-trends/)
  • XPERIENTS: "Google Ads Trends 2026: KI, Automatisierung & Performance Max" (xperients.de/google-ads-trends/)
  • ad agents: "SEA-Trends 2026: Alles KI? Welche Chancen auf dich warten" (www.ad-agents.com/sea-trends-2026-mehr-als-ki/)
  • KlickPiloten: "SEA / Google Ads Trends 2026" (klickpiloten.de/lounge/sea-trends-2026)
  • Marketing-Börse: "SEA-Trends 2026: Alles KI oder was?" (www.marketing-boerse.de/fachartikel/details/2604-sea-trends-2026-alles-ki-oder-was/203694)
  • Google Ads Help: "Google Ads Highlights of 2025" (support.google.com/google-ads/answer/16756291)
  • Google Ads Help: "About ads and AI Overviews" (support.google.com/google-ads/answer/16297775)
  • OpenAI: "Testing ads in ChatGPT" (openai.com/de-DE/index/testing-ads-in-chatgpt/)
  • Seokratie: "AI-Max-Kampagnen in Google Ads: Best Practices & Fehler" (www.seokratie.de/ai-max-kampagnen/)
  • Eigene Praxiserfahrungen aus laufenden Kundenprojekten

Alle Grafiken sind selbst erstellt.
Bild von Patrick Reichenbach von Sobek Innovations

Unser SEA-Manager


PATRICK REICHENBACH

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